österreichischer sekt: guter stoff

prickelnder sekt in einem schönen glas. das ist luxus, leichtigkeit, ein fest oder ein besonderer moment.

aber sekt ist viel arbeit: er wird gemacht wie champagner, nur dass er nicht aus der champagne stammt.

die traubenernte ist ca zwei wochen vor der vollreife. die trauben sollen nicht zu reif sein, weil später meist noch zucker dazukommt. einige geben das unterste trauben-drittel weg, dann kommen die trauben in die ganztraubenpressung.

 traditionelle flachengärung, degorgieren und dosage

nach der ersten gärung wandert der wein zusammen mit der ersten dosage aus zucker, hefen und enzymen in dicke flaschen. sie halten hohen druck aus. darauf ein kronenkorken und ab in die zweite gärung. es entsteht wieder kohlensäure, sie kann diesmal nicht entweichen. so wird der sekt prickelnd.

nach dieser gärung sterben die hefen und sinken an den flaschengrund. die flasche kommt kopfüber ins rüttelpult, die hefen sammeln sich im flaschenhals. jetzt eisig kalt machen und der hefepfropfen schießt raus (das nennt man „degorgieren“). die versand-dosage gleicht die fehlende füllhöhe in der flasche aus. das kann eine zuckerlösung sein, ein süßwein oder einfach der gleiche sekt (zero dosage). mit der dosage wird der sekt-typ festgelegt.

so lange die hefen in der flasche sind, kann sekt jahrelang dunkel und kühl lagern. nach dem degorgieren halten nur gute flaschen länger als zwölf monate.

charmat-verfahren

beim „charmat-verfahren“ passiert die zweite gärung in einem großen tank und nicht in der flasche. das ist billiger, weil viel sekt zu seiner kohlensäure kommt.

(foto: wildbild/doris wild)

die rebsorten

sekt ist oft ein cuvée mit pinot noir und chardonnay. das sind die klassischen champagnersorten. jeder sekt möchte in einer blindverkostung gegen champagner gewinnen, ist ja klar.

pinot noir und bei champagner auch pinot meunier werden weiß gekeltert. sie kommen gleich nach der pressung weg von den schalen und lösen somit keine farbe raus.

ein „blanc de blanc“ ist meist sekt aus 100% chardonnay. in österreich wird viel zweigelt und pinot noir zu rosé-sekt. sekt aus riesling, grünem veltltiner, sauvignon blanc gibt einen sortentypischen geschmack.

aufmachen/liegenlassen/verschenken

kaufen und öffnen sie österreichischen sekt, wenn sie gern regional einkaufen und ihnen die flasche 18 euro oder mehr wert ist. das ist immer noch (weniger als) die hälfte von champagner.

einlagern kann man sekt nicht lange. wenn sie stark auf histamine reagieren, ist sekt auch nicht das richtige.

verschenken sie österreichischen sekt an liebe menschen, an gute geschäftskontakte und bestellen sie ihn im restaurant.
er hat es verdient.

mehr zu qualitätsstufen, geschmacksrichtungen und geschichte: österreichischer sekt
hier mehr über perlwein und frizzante
hier die wahrheit über „rosé-prosecco“

foto: weinfreundin/privat

(titelbild: wildbild/doris wild).

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